Habe ich ein Glaukom?

Glaukome (Grüner Star) sind Augenkrankheiten, die mit einer Schädigung des Sehnervs und (damit verbunden) mit Einschänkung des Gesichtsfelds und der Sehleistung – bis hin zur möglichen Erblindung – einhergehen. In den meisten Fällen ist die Schädigung des Sehnervs auf einen zu stark erhöhten Augendruck zurückzuführen (Offenwinkelglaukom).


Durchblutungsstörungen des Sehnervs und der Netzhaut sind beim Normaldruckglaukom für den langsam zunehmenden Verlust der Sehfähigkeit verantwortlich. Bei dieser Glaukomart tritt kein erhöhter Augeninnendruck auf. Bei beiden Glaukomarten verspürt der Patient keine Schmerzen und bemerkt lange Zeit keine Veränderung der Sehkraft. Glaukome können nur durch die Untersuchung beim Augenarzt frühzeitig erkannt und behandelt werden!


Einen Standard-Augeninndruckwert und einen Standard-Glaukompatienten gibt es nicht. 


Der Augeninnendruck, bei dem ein Entstehen oder Fortschreiten von Schäden am Sehnerv ausbleibt, ist der individuell optimale Augeninndruck („Zieldruck“).

Winkelblockglaukome (Glaukomanfall) sind durch einen schlagartigen, sehr hohen Augeninnendruckanstieg gekennzeichnet. Beim Glaukomanfall verspürt der Patient sehr starke Schmerzen im Auge, Übelkeit bis zum Erbrechen und plötzliche Sehverschlechterung (Nebelsehen, Farbringe um Lichter. Das Auge ist stark gerötet und fühlt sich steinhart an).

 

Sekundärglaukome sind die Folge anderer Augen- oder Allgemeinerkrankungen.

Zusätzliche Risikofaktoren

sind für das Glaukom neben dem Augendruck von Bedeutung

  • Alter
  • Glaukomerkrankungen in der Familie
  • hochgradige Kurzsichtigkeit
  • Gefäßschädigungen bei z.B. Diabetes, Bluthochdruck
  • dünne Hornhaut (z.B. nach Laserbehandlung bei Kurzsichtigkeit)
  • langjähriger niedriger Blutdruck
  • häufige Migräneanfälle
  • häufig kalte Füße und Hände
  • Rauchen
  • Tinnitus und Schnarchen

Normaler Sehnervenkopf

Sehnervenkopf bei Glaukom

Untersuchungsarten

Messung von Augendruck und Hornhautdicke

Die Messung des Augeninnendrucks erfolgt obligat als Non-Kontakt-Tonometrie mittels Luftstoß oder mit dem Handtonometer. Weicht die Hornhautdicke wesentlich vom Mittel ab, müssen die gemessenen Werte nachkorrigiert werden.

Untersuchung des Kammerwinkels

Der Augeninnendruck wird durch das Kammerwasser im vorderen Augensegment reguliert. Damit der Druck konstant bleibt, müssen Neubildung und Abtransport des Kammerwassers im Gleichgewicht stehen. Bei einer Glaukomerkrankung ist der Abfluss des Kammerwassers in seinem Abflusskanal im Kammerwinkel gestört. Mittels eines speziellen Kontaktglases, welches auf das Auge aufgesetzt wird, oder mittels Laserscan (OCT) können Veränderungen des Kammerwinkels festgestellt werden.

Gesichtsfelduntersuchung

Mit dieser Untersuchung soll festgestellt werden, welcher Bereich der Umgebung mit einem Auge erkannt werden kann. Dazu leuchten in dem Untersuchungsgerät an verschiedenen Stellen Punkte in unterschiedlicher Lichtstärke auf. Sobald Sie einen Punkt erkennen, geben Sie dem Gerät über einen Knopfdruck Mitteilung. Das Ergebnis gibt Aufschluss, ob eine Erhöhung des Augendrucks zu Ausfällen im Gesichtsfeld bzw. zu einer Schädigung am Sehnerv geführt hat.

Sehnervenbeurteilung

Bei chronischer Erhöhung des Augendrucks oder bei Durchblutungsstörungen des Sehnervs kommt es zu einem Verlust von Sehnervenfasern. Dieser Sehnervenfaserverlust kann durch Inspektion des Augenhintergrunds beurteilt und mittels Okulärer Koherenztomographie (OCT) ausgemessen werden.